Nationalsozialistische Europapläne

 

NS-Propagandamaterialien

 

 

Dieses Bild stammt aus Didiers "Europa arbeitet in Deutschland. Sauckel mobilisiert die Leistungsreserven". Das Buch soll suggestieren, dass die fremdländischen Arbeiter freiwillig und gerne in Deutschland seien. In Wahrheit würden die Arbeiter ja auch nicht für Deutschland sondern für Europa arbeiten. Es handelt sich hierbei um die in Kapitel 1 besprochene recht durchsichtige Europapropaganda.

 

Ein allgemeines Propagandaplakat, dass eine (nie näher definierte) "europäische Sendung" Deutschlands propagiert. Recht gut ist hier ersichtlich, dass das dritte Reich eindeutig die Führungrolle im Grossraum Europa beanspruchte (siehe Kapitel 3.6.). Eine Gleichberechtigung anderer Völker war undenkbar. Der Adler (mit arrogant-siegessicheren Blick) und das layout (Gold!) zeugen von Siegessicherheit und Selbstüberschätzung.

 

 

Hier erschlägt der deutsche Soldat den russischen Drachen (uebrigens mit SS Runen). Es wird ein Bezug zu alten Sagen und Märchen (St. Georg, Siegfried...) hergestellt. Das Plakat suggeriert, dass der Russlandsfeldzug für die Freiheit Europas geführt wird. Damit scheint es eher zur späteren Propagandalinie zu gehören (wie bekannt wurde Europa nur beschworen wenn der Krieg schlecht lief) - siehe meine Zeitlinie.

 

Man muss wohl kein Holländisch können, um die Botschaft des linken Plakates zu verstehen: Es handelt sich um einen Aufruf zum Beitritt in die Waffen SS um den Bolschewismus zu bekämpfen. Wie in Kapitel 5 erläutert, gab es fremdländische Waffen SS Verbände (siehe auch die dazugehörige Karte). Im Mittelpunkt steht die ästhetisierte Waffengewalt des nationalsozialistischen Regimes. Das mittlere Plakat geht in die selbe Richtung: hier wir konkret die "Nordische Legion" der Waffen SS genannt. Das Bild betont die von den Nazis postulierte gemeinsame nordische Abstammung (blond und blaiäugig!-siehe Kapitel 3) und stellt eine Verbindung zu den Vikingern her. Dies verbindet es mit dem dritten Plakat, das den Waffen SS Kämpfer in direkte Nachfolge dänischer Krieger aus dem Mittelalter stellt. Als einziges Plakat wird eine konkrete Adresse ("Ersatzkommando Dänemark") für Freiwillige genannt.

 


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